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Eine Mandel Bruchstücke

LESEPROBE

Ich bin des Teufels

Das Böse in personifizierter Gestalt hat es schon immer gegeben, den althochdeutschen tiufal als bösen Geist und widergöttliche Macht. Sein Wohnsitz ist hel, die Hölle, er treibt es mit Hexen, ist Anführer der Dämonen, hat die Sünder in seiner Gewalt. Und wer Sünder ist, bestimmt bis heute die Kirche, wer Teufel, die Politik.

Alle Religionen kennen ihn unter den verschiedensten Namen. Der persische Ahriman ist Herr über 9999 Krankheiten und Gott der Finsternis. Unter Mara verbirgt sich ein dämonisches Wesen, bringt Tod und Vernichtung als Widersacher des Buddha. Der akkadische Pazuzu überzieht den Menschen mit Fieber oder Kälte. In der hebräischen Tora finden wir schließlich, viel öfter noch im Neuen Testament, Satan, den Widersacher des Jahwe. Mit diabolischem Lachen meldet sich Diabolos, der Durcheinanderwerfer in der Septuaginta zu Wort.

Im Buch der Bücher finden sich weitere Namen für den Teufel, um die Juden, später die Christen zu verteufeln. Die Philister verehrten als Gott von Ekron einen Baal-Sebul, den Herrn Fürst. Im 2. Buch der Könige wird er vom Engel Jahwes zu Baal-Sebub herabgewürdigt, zum Herrn der Fliegen und demjenigen, der ihn um Rat bittet, der Tod verhießen. In der lateinischen Vulgata finde ich ihn dann als Beelzebub, den christlichen Oberteufel, Fürst der Dämonen.
Den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, scheint mir ein bis heute wirksames politisches Prinzip zu sein. Gerade dieser Tage wurde wieder einmal jemand zum Teufel erklärt. Das passt gut, denn sein Name fängt ebenfalls mit T. an. Mir scheint, unsere Medien schreien wieder einmal einhellig "Haltet den Dieb!".

Von Luzifer will ich noch berichten. Der Lichtträger, der von den Kirchenvätern auf Satan übertragen wurde, Glanzgestirn, Sohn der Morgenröte genannt. Aber Kirchenväter wissen, was sie tun und das ist immer richtig, auch wenn ich mich da so meiner Zweifel nicht erwehren kann.

Im 1. Johannesbrief lese ich mit Betroffenheit: "Wer die Sünde tut, ist vom Teufel".

So bin ich des Teufels, denn
Ich finde trotz aller Alternativlosigkeit immer noch eine Alternative
Ich esse trotzdem noch Schweinefleisch
Ich bin immer noch mit meiner einen Frau zusammen
Ich gehe zu selten in die Kirche
Ich frage mich, WAS da geschafft werden soll und wer ist eigentlich WIR?
Ich gehe zur Wahl, jetzt erst recht
Ich lese viel in der Bibel, aber immer die falschen Stellen

Ich bin eben des Teufels

Amun